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DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

TIROLER FESTSPIELE  / ERL

 

Videodesign und immersive Projektionen für Richard Wagners Der fliegende Holländer bei den Tiroler Festspielen in Erl

Richard Wagners Der fliegende Holländer erzählt von den Naturgewalten des Meeres, der Sehnsucht nach Erlösung und der Grenze zwischen Mythos und Wirklichkeit. Für Josef E. Köpplingers Neuinszenierung des Wagner Frühwerks bei den Tiroler Festspiele Erl entwickelten in freier Theaterarbeit Raphael Kurig, Christian Gasteiger (WE ARE VIDEO) gemeinsam mit Meike Ebert ein Videodesign, das diese Themen nicht illustriert, sondern räumlich erfahrbar macht.

Die Projektionen begleiten die Oper durchgehend und werden zum festen Bestandteil des Bühnenbildes. Über einen PIXERA-Medienserver verschmelzen bewegte Bilder, Bühnenarchitektur und Licht zu einer gemeinsamen visuellen Sprache. Das Ergebnis ist eine Inszenierung, die von der Presse vielfach für ihre eindrucksvolle Bildkraft und ihre filmische Wirkung hervorgehoben wurde.

Das Meer wird zum Bühnenraum

Im Zentrum des Videodesigns stehen die weitläufigen Meereslandschaften.

Die bewegten Wasseroberflächen beschränken sich nicht auf eine klassische Rückprojektion, sondern breiten sich über mehrere Projektionsflächen aus und beziehen auch die seitlichen Bühnenwände in das Geschehen ein. Dadurch entstehen immersive Bildräume, die den Zuschauer förmlich in die Handlung hineinziehen.

Je nach musikalischer Dramaturgie verändert sich das Meer von ruhigen, fast meditativen Momenten zu bedrohlichen Naturgewalten. Die Projektionen folgen dabei nicht der Logik eines Films, sondern der Musik Richard Wagners. Sie schaffen Atmosphäre, erweitern den Bühnenraum und lassen die Grenzen zwischen realer Architektur und digitalem Raum verschwimmen.

Zwischen Realität und Legende

Neben den großformatigen Meeresbildern entstanden zahlreiche weitere Projektionen, die wesentliche Motive der Oper aufnehmen.

Die Weberei bildet einen zentralen visuellen Gegenpol zum offenen Meer. Ihre Projektionen greifen die räumliche Struktur des Bühnenbildes auf und verweben Architektur, Licht und Bewegung zu einer gemeinsamen Bildsprache.

Eine besondere gestalterische Herausforderung war die Entwicklung des Schiffes des Holländers. Anstatt als klassisches Bühnenobjekt aufzutreten, erscheint das Schiff als Projektion zwischen Felsen, Meer und Nebel – eine Erscheinung, die bewusst zwischen Realität und Mythos oszilliert. Dadurch bleibt der Fliegende Holländer stets Teil der Legende und wird dennoch greifbar.

Videodesign als integraler Bestandteil des Bühnenbildes

Das Videodesign wurde von Beginn an als Teil der Inszenierung entwickelt und nicht als nachträglicher Effekt.

Die Projektionen begleiten die Oper über weite Strecken und reagieren sensibel auf Musik, Licht und szenische Entwicklung. Digitale Inhalte treten dabei nie in Konkurrenz zu Sängerinnen, Sängern oder Orchester. Stattdessen unterstützen sie die Erzählung und erweitern den Bühnenraum um eine zusätzliche emotionale Ebene.

Gerade diese zurückhaltende, dramaturgisch präzise Arbeitsweise verleiht der Inszenierung ihre besondere visuelle Geschlossenheit.

Zusammenarbeit dreier Theater-Videodesigner

Das Videodesign entstand in enger Zusammenarbeit von Raphael Kurig, Christian Gasteiger und Meike Ebert.

Alle drei verbindet ihre langjährige Tätigkeit in der Videoabteilung des Gärtnerplatztheaters München. Für die Produktion in Erl arbeiteten sie als freischaffendes Kreativteam zusammen und entwickelten sämtliche Projektionen speziell für diese Neuinszenierung.

Während der Aufführungen fungierte Raphael Kurig als Operator. Er sorgte dafür, dass alle visuellen Elemente perfekt mit der Live-Aufführung synchronisiert waren. Bei der technischen Umsetzung wurde er von Mirko Blank, Videotechniker bei den Tiroler Festspielen Erl, unterstützt.

Gemeinsam bildeten künstlerische Gestaltung, technische Umsetzung und Live-Aufführung einen ganzheitlichen kreativen Prozess.

Internationale Resonanz

Die Premiere wurde von der Fachpresse als außergewöhnlich geschlossenes Gesamtkunstwerk beschrieben. Besonders hervorgehoben wurden die kraftvolle Bildsprache, die atmosphärische Wirkung der Inszenierung sowie das Zusammenspiel von Bühne, Licht und Musik. Mehrere Kritiken beschrieben die Produktion als visuell eindrucksvoll und von einer beinahe filmischen Qualität.

Projektdaten

Produktion
Der fliegende Holländer – Richard Wagner

Festival
Tiroler Festspiele Erl

Videodesign
Raphael Kurig
Christian Gasteiger
Meike Ebert

Regie & Licht
Josef E. Köpplinger

Bühnenbild
Rainer Sinell

Musikalische Leitung
Asher Fisch

Projection Operator
Raphael Kurig

Video Technik
Mirko Blank

Technik
PIXERA Medienserver
Mehrkanal-Projektion (4 Projektoren